
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
in einer Welt, in der die für uns gewohnte Ordnung zunehmend fragiler wird, sind die Sparkassen weiterhin ein Ort der Stabilität und des Vertrauens.
So könnte man in einem Satz unseren Blick auf die aktuelle Lage der Sparkassen in Niedersachsen sowie unsere Rolle als Finanzierer des Mittelstands und Marktführer bei den privaten Kundinnen und Kunden beschreiben.
Was im Detail dahintersteckt, werden mein Kollege Guido Mönnecke und ich Ihnen heute erläutern und damit begrüße ich Sie ganz herzlich zum Jahrespressegespräch des Sparkassenverbandes Niedersachsen im Jahr 2026.
Wir freuen uns über Ihr Interesse an den niedersächsischen Sparkassen und den Themen, die uns bewegen.
Zunächst möchte ich einige Gedanken zum aktuellen Geschehen in der Welt, Deutschland und Niedersachsen mit Ihnen teilen, die indirekte und auch direkte Auswirkungen auf unsere Sparkassen sowie ihre Kundinnen und Kunden haben.
Im Anschluss daran nimmt Guido Mönnecke Sie mit auf eine Reise durch unsere Welt der Zahlen, Produkte und Vorhaben.
Meine Damen und Herren,
das aktuelle Weltgeschehen ist geprägt von anhaltenden Konflikten und wachsenden geopolitischen Unsicherheiten.
Der Krieg in der Ukraine und die Eskalation im Gazastreifen sowie Unsicherheiten im Iran oder auch Taiwan fordern nicht nur die betroffenen Regionen, sondern wirken weit über ihre Grenzen hinaus.
Sie erschüttern das Vertrauen in eine stabile internationale Ordnung und verstärken das Gefühl, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit mehr ist.
Frieden ist keine alleinige Aufgabe von Regierungen. Er ist ein gesellschaftlicher Auftrag und jetzt ist der Moment, in dem wir uns bewusst für den Frieden entscheiden müssen – in Europa und weltweit.
Frieden kann und darf man auch nicht nur dem Stärkeren und erst recht nicht dem Aggressor überlassen.
Er beginnt in unserer Haltung: im Respekt gegenüber anderen Meinungen, im Schutz der Menschenwürde und der Schwächeren!
Dieses Selbstverständnis lassen wir uns nicht abkaufen. Mit keinem Deal.
Frieden wirkt sich auf die Menschen und auf die weltweiten Beziehungen – auch die Wirtschaftsbeziehungen – aus.
Denn die umfangreichen Sanktionen gegen Russland haben Folgen für unsere hiesige Wirtschaft, während die russische Schattenflotte mit ihren rund 1000 Tankern das Ölembargo dreist umschifft.
Mit dem geplanten Importverbot von russischem Flüssigerdgas ab 2027 braucht Europa frühzeitig verlässliche Alternativen, um Versorgungssicherheit und wettbewerbsfähige Energiepreise dauerhaft zu gewährleisten.
Die Verantwortung hierfür liegt auch bei unserer Bundesregierung, die dafür sorgen muss, dass die Gasspeicher befüllt sind, bis adäquate Alternativen mit ausreichenden Kapazitäten zur Verfügung stehen.
Beim Öl haben wir auch eine 90 Tage-Reserve!
Das wirtschaftliche Handeln ist von Unsicherheit geprägt, dabei sollte es doch vor allem auf Stabilität, Verlässlichkeit und internationaler Offenheit fußen.
Wenn aber die internationale Arbeitsteilung nicht mehr verlässlich funktioniert, müssen wir in Europa resilienter werden und so das Fundament für Vertrauen in die Wirtschaft und das Wirtschaften schaffen.
Denn Wachstum braucht im Wesentlichen zwei Dinge: Vertrauen und Mut.
Deshalb sind Reformen der Bundesregierung dringend erforderlich, um Investitionen zu ermöglichen und Dynamik zu entfalten.
Wachstum entsteht durch gezielte Investitionen – und Wachstum ist die Grundlage für Wohlstand, Sicherheit und Frieden.
Kredite müssen einem Zweck dienen, statt Selbstzweck oder Nachweis für guten Willen politischen Handelns zu sein.
Wir warten noch immer auf den Startschuss für gute Stimmung, gute Investitionsstimmung.
Der erhoffte „Herbst der Reformen“ ist leider ausgeblieben – auch bei uns in Niedersachsen.
Wirtschaftspolitische Ankündigungen müssen konsequent und zügig umgesetzt werden.
Daher brauchen wir jetzt einen „Frühling der Reformen“.
Insbesondere der Wohnungsbau benötigt dringend starke Wachstumsimpulse.
13 Prozent mehr Baugenehmigungen in Deutschland sind toll: Aber wer wohnt in einer Baugenehmigung?
Und 238.000 Neubauwohnungen sind gerade einmal die Hälfte der 400.000 Wohnungen, die wir brauchen.
Anstatt 800 Millionen Euro Investitionsmittel des Bundes in neue iPads für Schülerinnen und Schüler zu investieren, hätte das Land Niedersachsen das Geld auch in den Wohnungsbau stecken können.
Verstehen Sie mich nicht falsch: Bildung und Nachwuchsförderung sind elementar!
Auch für uns Sparkassen!
Darauf kommt Guido Mönnecke später noch zu sprechen!
Um es klar zu sagen: Es geht mir darum, notwendige Ausstattungen zu ermöglichen.
Haben Ihre Kinder schon ein Tablet?
Wozu dann ein Zweites?
Und nach der ersten Erstausstattung ist der Anspruchsstandard für zukünftige Generationen gesetzt!
Das Wohlstandsversprechen, der Mindeststandard, dass jedem Menschen Wohnraum zur Verfügung steht, muss aber vorrangig erfüllt werden, bevor neue politische Versprechen kommen.
Man kann Geld in Technik stecken, die nach drei Jahren veraltet ist.
Man kann damit aber auch die Finanzierung von über 3.000 neuen, dringend benötigten Wohnungen anschieben, die in 50 Jahren noch adäquaten Wohnraum bieten und Lebensqualität schaffen.
Eine kurze, spontane Rechnung: Wir haben 800 Millionen Euro.
Bei einem Quadratmeterpreis von 4.000 Euro und einer Wohnfläche von 60 Quadratmetern ließen sich 3.333 Wohnungen voll finanzieren.
Würden wenigstens 20 Prozent der Baukosten damit finanziert werden, könnten sogar 16.600 neue Wohnungen gebaut werden.
Und bei 300 Millionen Euro für neue Tablets könnten wir mit den restlichen 500 Millionen Euro immer noch 10.400 neue Wohnungen ausfinanzieren.
Wichtig wäre aus meiner Sicht ebenfalls, dass neben der kapitalgedeckten Altersvorsorge auch die selbst genutzte Immobilie als gleichwertige Form der privaten Altersvorsorge anerkannt wird.
Wohnraum und Wohneigentum sind für viele Menschen ein zentraler Baustein der Eigenvorsorge und haben damit auch eine hohe sozialpolitische Bedeutung.
Um junge Menschen an diesen Vorsorgeweg heranzuführen, bedarf es geeigneter Instrumente, wie zum Beispiel des Bausparvertrags.
Seine breite Akzeptanz, einfache Verständlichkeit und die damit verbundene hohe Planungssicherheit sprechen ganz klar für eine Einbindung von Bausparverträgen in die Frühstartrente.
Damit ergäbe sich ein stringenter Vorsorgeweg: vom frühen Sparbeginn, bis hin zur Nutzung des Eigenheims im Alter.
Die Sparkassen sind bereit, ihren Beitrag zur Frühstartrente zu leisten.
Und das nicht nur über das Bausparen: Unsere Sparkassen würden gerne auch für alle jungen Menschen das Frühstart-Depot eröffnen.
Wir nehmen unseren öffentlichen Auftrag ernst. Wir sind für Gespräche und die Umsetzung bereit.
Meine Damen und Herren,
schlechte Zahlen, negative Nachrichten, Unsicherheiten in der Welt… und bei uns hier in Niedersachsen?
Neben guten Zahlen, die mein Kollege gleich für unsere Sparkassen vorstellen kann, noch ergänzende positive Nachrichten aus Niedersachsen:
Ich blicke zur NORD/LB, die sich operativ gut entwickelt hat.
Wir sehen gute Eigenkapitalquoten.
Das IT-Projekt „fitt“ zur Einführung einer neuen Banksteuerung läuft wirklich gut.
Die EZB ist wohl auch nicht unzufrieden.
Und wenn die Aufsicht nicht die Aufsicht wäre, würde sie es vielleicht auch positiv ausdrücken und von Zufriedenheit sprechen.
Die Erneuerung der Banksteuerung wurde von der Aufsicht bei jeder Landesbank gesondert initiiert.
Das Geld und die IT-Ressourcen wären aber auch gut in Cybersicherheit investiert gewesen.
Die Ankündigung von Herrn Frischholz, dass die Bank eine Dividendenfähigkeit anstrebt, unterstreicht diese positive Entwicklung und stimmt zufrieden.
Ob eine Dividende gezahlt oder nicht gezahlt wird, haben die Gremien der NORD/LB zu entscheiden.
Darüber hinaus steht die Kommunikation darüber der NORD/LB zu, die über ihre Jahresergebnisse 2025 am 19. März 2026 berichten wird.
Auch in verschiedenen Themen der Regulierung sind wir vorangekommen und das zeigt uns: dranbleiben lohnt sich.
In der Diskussion um die Regulierungsoffensive der EZB zur Anhebung der EZB-Signifikanzgrenze konnten wir bereits erste Ideen einbringen.
Es ist gut, wenn verstanden wird, dass das Geschäftsmodell der Regionalbanken geringere Risiken birgt und damit eine gute Begründung für eine differenzierte Regulierung ist.
Insgesamt ist eine spürbare Entlastung bei unseren Sparkassen allerdings noch nicht angekommen.
Das Gegenteil ist der Fall: Durch das Inkrafttreten der AMLA-Verordnung kommt es zur Verschärfung bei der Geldwäscheprävention und damit sogar zu ergänzenden Datenerhebungen.
Meine Damen und Herren,
bei der Novellierung des Niedersächsischen Gleichberechtigungsgesetzes (NGG) haben unsere Anmerkungen – zumindest teilweise – Anklang gefunden.
Die Zielrichtung des Gesetzes, Chancengleichheit, Teilhabe und Repräsentanz zu fördern, ist natürlich richtig.
Ein Ziel kann aber auf verschiedenen Wegen erreicht werden. Und es gibt auch Wege, die nicht zum Ziel führen.
Als niedersächsische Sparkassen setzen wir bereits Vieles um:
Wir haben einen Leitfaden zur Förderung von Frauen in Führung in unsere Sparkassen gebracht.
In der Qualifikation für einen Vorstandsposten haben wir momentan eine Frauenquote von rund 27 Prozent.
Weiterhin haben wir ein Förderprogramm für alle Talente – unsere Sparkassen-Manufaktur – initiiert.
Die Sparkassen-Manufaktur gliedert sich in zwei Gruppen: Gruppe 1 besteht aus Führungskräften unterhalb der Vorstandsebene, mit einer Frauenquote von 30 Prozent .
In Gruppe 2 befinden sich Nachwuchskräfte aus unseren Sparkassen, mit einer Frauenquote von 68 Prozent .
Und in unserem Fachlehrgang, dem Startschuss nach der Ausbildung für eine Karriere in der Sparkassen-Finanzgruppe, verzeichnen wir seit 2020 mehr als eine Verdopplung der Teilnehmerinnen.
Und das ganz ohne Gesetz: kreativ, engagiert und freiwillig.
Die jüngste Novellierung des NGG ist aber leider wenig motivierend und zeigt ein Problem, das wir aus vielen Bereichen kennen: gut gemeint ist nicht immer gut gemacht.
Unsere kommunal getragenen Sparkassen stehen, anders als andere kommunale Betriebe, nämlich im Wettbewerb um Kundinnen und Kunden, aber auch um Fachkräfte.
Und in diesem Wettbewerb dürfen wir niedersächsische Sparkassen nicht benachteiligt werden.
Aber wenn sie eine Stelle erneut ausschreiben müssen, weil sich im ersten Durchgang nicht ausreichend Personen eines „richtigen Geschlechts“ beworben haben, ist das eine klare Benachteiligung, weil wir uns daran halten müssen, unsere Mitbewerber aber nicht.
Geeignete Personen mit „falschem Geschlecht“ müssten auf die nächste niedersächsische Sparkassen-Entscheidungsrunde warten oder nehmen in der Zwischenzeit schon einmal das Angebot von Genossenschafts- oder Privatbanken an.
Oder das Angebot einer Sparkasse im benachbarten Bundesland.
Toll wäre übrigens ein Gleichberechtigungsgesetz, das den von uns qualifizierten weiblichen Nachwuchskräften verbietet, zu den Wettbewerbern zu gehen.
Ein solches Gesetz sollte es lieber nicht geben – kann es zum Glück nicht geben.
Auch die niedersächsische Landesregierung müsste ein Interesse daran haben, dass die niedersächsischen Sparkassen im regionalen und bundesweiten Wettbewerb nicht benachteiligt werden.
Meine Damen und Herren,
die Sparkassen brauchen einen Befreiungsschlag, um so handeln zu können, wie es der Wettbewerb erfordert.
Bei Wero ist das schon ganz gut gelungen.
Wero hat mittlerweile europaweit etwa 55 Millionen Nutzerinnen und Nutzer, rund 7 Millionen in Deutschland.
Das ist eine Bestätigung dafür, dass wir mit Wero ein Bezahlsystem auf den Weg gebracht haben, das die Bürgerinnen und Bürger verstehen und auch nutzen.
Einfach und schnell sowie europäisch und sicher muss es sein. Das ist uns mit Wero gelungen.
Nach dem Onboarding der ersten großen Händler wie Eventim und Tedox stehen mit Hornbach, Cewe, Lidl, Rossmann usw. schon die nächsten in den Startlöchern.
Und auch bei den Kommunen geht es voran. Der Landkreis Hameln-Pyrmont sowie die Städte Cuxhaven, Rotenburg und Wilhelmshaven sind schon dabei!
Damit Dienstleistungen für Bürgerinnen und Bürger vollständig digital abgewickelt werden können, braucht es ein verlässliches und preiswertes sowie sicheres und europäisches Bezahlsystem mit vier Buchstaben: WERO.
Wozu dann noch den sogenannten Digitalen Euro, den uns die EZB als unabhängig und revolutionär „verkaufen“ möchte?
Die Idee der EZB ist es, dass ausgerechnet die amerikanischen BigTechs, von denen man sich lösen möchte, sich einfach mit ihren Systemen an den Digitalen Euro dranhängen können.
Damit bliebe die Marktmacht im Ausland, der Aufwand aber bei uns.
Meine Damen und Herren,
Ressourcen für den Aufbau von Doppelstrukturen zu verbrauchen, muss man sich erst mal leisten können.
In Zeiten, in denen Cyberangriffe die westliche Welt und insbesondere auch die Finanzwelt täglich fordern, sollen wir zusätzlich den digitalen Euro installieren, obwohl die Funktionen für die Nutzerinnen und Nutzer bereits durch Wero abgedeckt sind?
Das erschließt sich mir nicht.
Wer eine digitale Alternative zu amerikanischen Zahlungsmitteln anbieten möchte, sollte lieber nicht die EZB beauftragen.
Wer preiswerte und gute Elektroautos fördern möchte, beauftragt ja auch nicht das Kraftfahrbundesamt mit dem Bau von Fahrzeugen.
Hinzu kommt: Jedes Bezahlsystem und jeder Marktteilnehmer werden von der Aufsicht reguliert und kontrolliert.
Da ist es doch eine ordnungspolitische Utopie, dass ein Aufseher gleichzeitig auch Marktteilnehmer sein möchte.
Wer soll dann die EZB als Marktteilnehmer beaufsichtigen? Oder ist das entbehrlich, weil es sich um die EZB handelt?
Sicher nicht.
Was wäre die Lösung in Zeiten von Deregulierung in Europa?
Meine Prognose: Eine neue Behörde. Die hat uns gerade noch gefehlt!
Mit diesem Gedanken gebe ich nun an meinen Kollegen Guido Mönnecke ab, der mit uns auf ein erfolgreich abgelaufenes Geschäftsjahr unserer niedersächsischen Sparkassen blicken wird.
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
Cord Bockhop hat eben die zentralen, politisch getriebenen Themen angesprochen, die unsere Sparkassen natürlich auch im operativen Geschäft täglich begleiten.
Neben den vielen alltäglichen Fragestellungen, bei denen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Sparkassen ihre Kundschaft unterstützen, liegt uns vor allem die Unterstützung bei der Wohneigentumsbildung am Herzen.
Wir haben eben schon gehört: Wohneigentum ist eines der bedeutsamsten sozialen Themen unserer Zeit.
Wir haben den Zyklus der Wohneigentumsbildung im vergangenen Jahr auf neue Füße gestellt.
Wir waren in Niedersachsen schon immer erfolgreich in der Vermittlung von Immobilienfinanzierungen, aber das ist ja längst nicht alles.
Vor der ersten Bausparrate bis zum letzten Cent, der an die Sparkasse zurückgezahlt wird, haben wir uns den gesamten Prozess angeschaut und uns gefragt:
An welcher Stelle braucht der Kunde die Unterstützung seiner Sparkasse?
Und wie kann diese Unterstützung in seiner konkreten Lebenssituation aussehen?
Mit rudi haben wir eine zentrale, digitale Anlaufstelle geschaffen, die Kundinnen und Kunden ab der Immobiliensuche begleitet.
Sie bündelt Marktpreisinformationen, hilft bei der Projekt‑ und Finanzierungsverwaltung, identifiziert Kosten und Einsparpotenziale von Modernisierungsmaßnahmen, zeigt Fördermöglichkeiten auf und stellt sogar Handwerkerlisten zur Verfügung.
Ein Eigenheim zu erwerben, ist für die meisten Privatleute die mit Abstand größte Investition ihres Lebens.
Da brauchen sie einen kompetenten und verlässlichen Partner an ihrer Seite, der ihre Wünsche versteht und ihnen bei der Erfüllung hilft.
Das ist im Übrigen ja auch Wunsch unserer Bundesregierung.
Allerdings macht die Aufsicht die Finanzierung von Wohneigentum für Haushalte mit einem durchschnittlichen finanziellen Hintergrund durch unsere Sparkassen immer unattraktiver.
Sie droht mit der Erhebung von Kapitalzuschlägen auf – ihrer Meinung nach – schlecht besicherte Kredite, die aber, im Detail betrachtet, gar nicht schlecht besichert sind.
Diese Zuschläge kämen dann noch on top auf den ohnehin bereits aktiven systemischen Kapitalpuffer in Höhe von 1 Prozent.
Das alles, meine Damen und Herren, macht die Aufsicht, um vom Immobilienmarkt ausgehende systemische Risiken zu bekämpfen.
Wir allerdings können bei privat genutzten Immobilien keine Immobilienblase erkennen und würden uns freuen, wenn wir dem Markt das dringend benötigte Kapital zur Verfügung stellen könnten und damit vielen unserer Kundinnen und Kunden den Traum vom Eigenheim erfüllen können.
Diese Fehlannahme der Aufsicht begründet sich in einer schiefen Datenbasis, die dann auch noch mit Ergebnissen aus Ländern verglichen wird, in denen andere Parameter erhoben werden.
Zusammengefasst: Es handelt sich um eine Fehlsteuerung der Aufsicht, die ein Zurückfahren der Wohnungsbaufinanzierungen in den Sparkassen nach sich ziehen könnte.
Wir würden dann also das Gegenteil von dem erleben, was sich die Bundesregierung eigentlich wünscht.
Dabei ist Wohneigentum – und auch das hat Cord Bockhop schon anklingen lassen – ein wichtiger Baustein, wenn es darum geht, für das Alter vorzusorgen.
Die wachsende Rentenlücke ist eine der zentralen sozialpolitischen Herausforderungen unserer Zeit.
Sie birgt die Gefahr einer weiteren Spaltung unserer Gesellschaft – zwischen arm und reich, aber auch zwischen den Generationen.
Umso wichtiger ist es, junge Menschen frühzeitig zu befähigen, eigenverantwortlich für das Alter vorzusorgen.
Unter dem Namen S-Neo entwickeln wir eine Plattform für online-affine Kundinnen und Kunden, die das Wertpapiersparen einfach macht, wie nie zuvor.
Uns ist wichtig, dass möglichst alle unserer Kundinnen und Kunden am langfristigen und stabilen Wachstum eines Wertpapier-Depots partizipieren können – und das auch mit schon geringen Beträgen.
Wertpapier-Sparen ist nicht mehr nur die Geldanlage für vermögende Kundinnen und Kunden, sondern für jede Person, die für später vorsorgen möchte.
Die Frühstart-Rente hat einen ganz ähnlichen Grundgedanken: Vermögensaufbau und Altersvorsorge von kleinauf.
In diesem Falle auch noch staatlich gefördert, sorgt sie für echte Chancengleichheit: Gerade für Kinder und junge Menschen, denen von zu Hause keine großen finanziellen Spielräume mitgegeben werden können.
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
hier kann der Staat mit Unterstützung der Sparkassen etwas wirklich Gutes leisten.
Wir haben die Ressourcen und die Erfahrung, Depots für junge Menschen zu führen.
Auch die betriebliche Altersvorsorge ist nach wie vor ein wichtiger Baustein, um für später vorzusorgen und langfristig Sicherheit aufzubauen.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Altersvorsorge muss verständlich, zugänglich und fair gestaltet sein – das ist eine Voraussetzung für sozialen Zusammenhalt und Generationengerechtigkeit.
Meine Damen und Herren,
eines ist klar: An Digitalthemen wird es uns zukünftig nicht mangeln.
Immer mehr Bereiche unseres Lebens digitalisieren wir und steuern sie mit nur noch einer kleinen App auf unserem Smartphone, über S-Neo habe ich eben gesprochen.
Auch unsere Sparkassen-App landet seit Jahren im direkten Wettbewerbsvergleich auf dem Siegertreppchen und damit das so bleibt, werden wir auch weiterhin in die Zukunft investieren.
In smarte KI-Anwendungen, die das Online-Banking sowie unsere App noch intuitiver machen und unseren Kundinnen und Kunden in der Beratung zusätzliche Mehrwerte bringen.
Und natürlich wollen wir unseren Kundinnen und Kunden gute Konditionen bieten, damit unsere Sparkassen auch in den nächsten Jahren erfolgreich am Markt agieren können.
Lassen Sie uns nun im Detail auf das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 blicken.
Mündliche Ausführungen von Guido Mönnecke u.a. zur Entwicklung von Krediten, Kundeneinlagen, Kundendepots und Geldvermögenbildung. (Download der Begleitpräsentation oben rechts)
Ertragslage
Der Zinsüberschuss liegt mit 2,75 Mrd. Euro (1,98 Prozent der DBS) auf Vorjahresniveau.
Eine kontinuierliche, nachhaltige Zunahme sehen wir beim Provisionsüberschuss.
Dieser wird mit nunmehr 1,14 Mrd. Euro vorausgesagt (0,82 % der DBS).
Damit machen sich unsere Sparkassen Stück für Stück vom Zins unabhängiger.
Die Sach- und Personalkosten belaufen sich auf 2,2 Mrd. Euro (1,59 % der DBS) und sind damit gestiegen.
Die Hauptgründe hierfür kennen wir: Tariferhöhungen und Personalaufbau.
Das Betriebsergebnis vor Bewertung stellt sich bei 1,20 Prozent der DBS oder absolut bei knapp 1,7 Mrd. Euro ein und befindet sich damit rund 120 Mio. Euro unter Vorjahresniveau .
Mit einer Kernkapitalquote von 15,30 Prozent liegen unsere Sparkassen im ordentlichen Bereich und zeigen eine stabile Ausgangslage für 2026.
Die CIR ist gegenüber dem Vorjahr von 53,9 auf 57,3 leicht gestiegen, ist aber im historischen Vergleich immer noch sehr gut.
Meine Damen und Herren,
Sie können also sehen, dass unsere Sparkassen alles in allem solide aufgestellt sind, um 2026 zu einem erfolgreichen Jahr zu machen.
Unsere Sparkassen benötigen diese Erträge auch, um ihr Fundament weiterhin stabil zu halten und vor allem in Eigenkapital, IT und KI, wettbewerbsfähige Produkte und Personal zu investieren.
Denn Personal ist ein wichtiges Stichwort: Damit wir auch zukünftig erfolgreich sein werden, brauchen wir junge, motivierte Menschen, die wir von der Sparkassenidee begeistern.
Das bedeutet für uns: Wir brauchen neue Köpfe!
Unser in 2025 an den Start gegangenes Portal Sparkassen-Jobconnect – unser KI-gestütztes Karriereportal – ist uns dabei eine wichtige Hilfe.
So konnten unsere Sparkassen die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Beratung und Kundenbetreuung um 279 Personen auf 16.482 Personen steigern .
Nicht nur im Recruiting haben wir mittlerweile Künstliche Intelligenz im Einsatz – sondern quer durch die Sparkasse hinweg und vor allem dort, wo wiederkehrende Standardtätigkeiten anfallen, für die wir kein Fachpersonal vorhalten möchten.
Unsere Fachleute brauchen wir am Kunden, in der Beratung.
Aber auch dort findet KI ihren Einzug, nämlich dann, wenn es darum geht, Potentiale für den Kunden herauszufiltern und nutzbar zu machen, oder digitale Geschäftsprozesse smarter werden zu lassen.
Wir haben dafür unseren S-KI-Piloten entwickelt: ein KI‑gestütztes Assistenzsystem, das bei der Beratung und Kundenkommunikation unterstützt und die Daten auf unseren eigenen Servern und eben nicht in den USA ablegt.
Meine Damen und Herren,
ich übernehme noch einmal kurz.
Mir ist es wichtig, unser Pressegespräch mit einer Botschaft zu beenden, die aus meiner Wahrnehmung manchmal untergeht:
Nur gesunde Unternehmen sind auch soziale Unternehmen. Nur gesunde Unternehmen zahlen gute Gehälter und Steuern.
Und unsere Sparkassen sind genau solche Unternehmen, die am normalen Wirtschaftsgeschehen teilnehmen. Auch, wenn sie öffentlich-rechtlich sind.
In 978 Filialen bieten die niedersächsischen Sparkassen ihren Kundinnen und Kunden Service vor Ort an.
16.482 Beraterinnen und Berater sowie Servicekräfte haben gute und sichere Arbeitsplätze bei den niedersächsischen Sparkassen. Die Anzahl der Auszubildenden und Trainees konnten unsere Sparkassen in den letzten 5 Jahren um 20 Prozent auf nunmehr 1.364 Personen steigern.
Hinzu kommen weitere rund 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Zentralbereichen, sodass die Sparkassen in Niedersachsen Arbeitgeberin von fast 20.000 Menschen sind.
Mit 392 Millionen Euro an Gewerbesteuer, zzgl. Einkommensteuern in 2025, sind wir ein bedeutender Steuerzahler in Niedersachsen.
Aber was uns ebenfalls wichtig ist, ist unser Beitrag an die Gesellschaft.
Über ihre 87 Stiftungen sowie Spenden und Sponsoring-Maßnahmen haben die niedersächsischen Sparkassen im Jahr 2025 mehr als 45 Millionen Euro für Kultur, Sport, Bildung, Umwelt sowie Wissenschaft und Forschung ausgegeben.
Und das alleine für Niedersachsen.
Und auch all das machen wir nicht nur, weil es in einer Satzung verankert ist, sondern weil es uns wichtig ist.
Wir halten uns natürlich an Recht und Gesetz.
Aber das Tolle bei uns öffentlichen Sparkassen ist, dass wir nicht für alles Gesetze und Regelungen brauchen. Denn das Meiste haben wir schon in unserem öffentlichen Auftrag, in unserem Selbstverständnis, in unseren „Genen“.
Wir machen das, weil WIR Sparkasse sind.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.