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03.03.2026 - Pressemitteilung 2/26

Sparkassen fordern Impulse für den Wohnungsbau 

Frühstartrente mit Unterstützung der Sparkassen I Geschäftsjahr 2025 gut gelaufen 

Eher ungewöhnlich startete Niedersachsens Sparkassen-Präsident Cord Bockhop in die Vorstellung des Geschäftsjahres 2025 der niedersächsischen Sparkassen: mit einem Appell für Frieden in der Welt. Denn dieser wirke sich sowohl positiv auf die Menschen als auch auf die globalen Wirtschaftsbeziehungen aus. Diese brauchen dringend eine neue Dynamik und das Vertrauen in die Politik, dass sich Investitionen auch wieder lohnen.

Wohnungsbau hat hohe sozialpolitische Bedeutung

„Wachstum entsteht durch gezielte Investitionen – und Wachstum ist die Grundlage für Wohlstand, Sicherheit und Frieden“, so Bockhop am heutigen Dienstag in Hannover. Insbesondere für den Wohnungsbau, der eine hohe sozialpolitische Bedeutung habe, forderte Bockhop neue Impulse der Bundesregierung. Ergänzend unterstrich er, „dass neben der kapitalgedeckten Altersvorsorge auch die selbst genutzte Immobilie als gleichwertige Form der privaten Altersvorsorge anerkannt werden sollte.“ Um junge Menschen an diesen Vorsorgeweg heranzuführen, plädiert er für eine Einbindung von Bausparverträgen in die Frühstartrente. Bockhop signalisierte darüber hinaus die Bereitschaft der Sparkassen, für alle jungen Menschen im Zuge der Frühstartrente ein Depot eröffnen zu wollen, um die Möglichkeit zur Altersvorsorge und zum gezielten Vermögensaufbau von klein auf zu fördern.

SVN-Vizepräsident Guido Mönnecke unterstrich die große Bedeutung der Wohneigentumsbildung für die Kundinnen und Kunden der niedersächsischen Sparkassen. Den Zyklus der Wohneigentumsbildung haben die Sparkassen daher im vergangenen Jahr auf vollkommen neue Füße gestellt. „Ein Eigenheim zu erwerben, ist für die meisten Privatleute die mit Abstand größte Investition ihres Lebens. Mit rudi haben wir eine zentrale, digitale Anlaufstelle geschaffen, die Kundinnen und Kunden ab der Immobiliensuche bis zum Kauf und darüber hinaus begleitet“, berichtete Mönnecke aus dem Alltag der Sparkassen. Zugleich warnte er aber auch vor Bestrebungen der Bankenaufsicht, die Finanzierung von Wohneigentum für private Kundinnen und Kunden zu begrenzen. „Die Aufsicht möchte vom Immobilienmarkt ausgehende systemische Risiken bekämpfen. Wir allerdings können bei privat genutzten Immobilien keine Immobilienblase erkennen und würden uns freuen, wenn wir dem Markt das dringend benötigte Kapital zur Verfügung stellen könnten und damit vielen unserer Kundinnen und Kunden den Traum vom Eigenheim erfüllen können“, so Mönnecke weiter.

Wero besser als Digitaler Euro

Im Ringen um die Vormachtstellung bei digitalen Bezahlverfahren gab es eine erfreuliche Nachricht. Mit den aktuellen Nutzerzahlen von Wero (Europa: 51,6 Millionen, Deutschland: 6,7 Millionen) unterstrich Niedersachsens Sparkassen-Präsident den Erfolg von Wero: „Das ist eine Bestätigung dafür, dass wir mit Wero ein Bezahlsystem auf den Weg gebracht haben, dass die Bürgerinnen und Bürger verstehen und auch nutzen.“

Er kündigte an, dass nach dem Onboarding der ersten Einzelhändler wie Eventim und Tedox die nächsten schon in den Startlöchern stünden. Auch bei den Kommunen gehe es voran, freute sich Bockhop: „Damit Dienstleistungen für Bürgerinnen und Bürger vollständig digital abgewickelt werden können, braucht es ein verlässliches und stabiles sowie preiswertes und europäisches Bezahlsystem.“ In diesem Zusammenhang hinterfragte er die Funktionalitäten des von der Europäischen Zentralbank geplanten Digitalen Euros, der seiner Einschätzung nach gegenüber Wero keinen weiteren Nutzen bringe. Der einzige Unterscheid sei, so Bockhop, „dass es Wero schon gibt, den Digitalen Euro aber noch nicht.“ Das Geld für die Entwicklung hätte man seiner Meinung nach beispielsweise auch sinnvoller in die Cyberabwehr stecken können.

Der wachsenden Rentenlücke entgegnen

Mönnecke adressierte darüber hinaus das Thema Altersvorsorge. Er warnte vor einer wachsenden Rentenlücke und einer damit einhergehenden Spaltung der Gesellschaft. Auch er plädierte dafür, jungen Menschen frühzeitig die Bedeutung der Altersvorsorge zu vermitteln und ihnen Produkte anzubieten, die sie dabei unterstützen. Die Sparkassen-Finanzgruppe entwickelt für ihre digitale, Wertpapier-affine Kundschaft eine Plattform, die das Wertpapiersparen einfach macht, wie nie zuvor. „Wertpapier-Sparen ist nicht mehr nur die Geldanlage für vermögende Kundinnen und Kunden, sondern für jede Person, die für später vorsorgen möchte“, warb Mönnecke im Gespräch mit der Presse.

Gutes Geschäftsjahr 2025

Die niedersächsischen Sparkassen sagten 2025 neue Kredite in einer Gesamthöhe von rund 17 Mrd. Euro zu, was im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg von 14 Prozent bedeutet. Der Bestand an Krediten erhöhte sich damit um 2,6 Mrd. Euro oder 2,5 Prozent auf 105,6 Mrd. Euro.

Im Geschäft mit Unternehmen und Selbstständigen waren die Sparkassen in Niedersachsen stark unterwegs: Sie machten Kreditzusagen in Höhe von rund 9,5 Mrd. Euro und konnten diese um fast 13 Prozent im Vergleich zu 2024 steigern. Der Bestand von Krediten an Unternehmen und Selbstständige erhöhte sich damit um 934 Mio. Euro, das sind rund 1,7 Prozent, auf 54,7 Mrd. Euro.

Auch bei den Privatkunden stiegen die Kredite wieder an. Die Sparkassen machten Zusagen von rund 6,4 Mrd. Euro, eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 16,8 Prozent. Der Bestand an Krediten für Privatkunden erhöhte sich damit um 860 Mio. Euro oder 2 Prozent auf rund 44,6 Mrd. Euro.

Die Kundeneinlagen (Sicht- und Spareinlagen, Termingelder und Eigenemissionen) sind insgesamt um rund 3,3 Mrd. Euro oder 3,2 Prozent auf 107,4 Mrd. Euro gestiegen. Bei den Sichteinlagen verzeichnen die niedersächsischen Sparkassen für das Jahr 2025 einen Anstieg um 5,2 Mrd. Euro bzw. 7,3 Prozent auf rund 76 Mrd. Euro. Der Bestand an Spareinlagen verringerte sich um 1,8 Mrd. Euro oder 11,3 Prozent auf 14,1 Mrd. Euro. Die Termingelder haben sich in 2025 um knapp 180 Mio. Euro auf 7,4 Mrd. Euro reduziert, die Eigenemissionen hingegen sind um rund 113 Mio. Euro auf 9,6 Mrd. Euro gestiegen. Das Wertpapiergeschäft erfreut sich immer größerer Beliebtheit (Anstieg um 55 Mio. Euro auf 2 Mrd. Euro Nettoabsatz).

Der Zinsüberschuss lag mit 2,75 Mrd. Euro (1,98 Prozent der DBS) annährend auf Vorjahresniveau.

Den Provisionsüberschuss konnten die Sparkassen in Niedersachsen um 56 Mio. Euro steigern, sodass sie 2025 mit einem Überschuss von rund 1,14 Mrd. Euro abschließen (0,82 Prozent der DBS).

Die Sach- und Personalaufwendungen haben sich bei den Sparkassen in Niedersachsen mit 2,2 Mrd. Euro (1,59 Prozent der DBS) um 150 Mio. Euro erhöht. Die Gründe hierfür sind Personalaufbau und Tarifsteigerungen.

In 2025 erzielten die niedersächsischen Sparkassen ein Betriebsergebnis vor Bewertung in Höhe von 1,6 Mrd. Euro (1,18 Prozent der DBS), das sich im Vergleich zu 2024 um etwa 120 Mio. Euro verringert hat.

Weitere Informationen

Statement der Verbandsleitung

Sparkassen in Zahlen