
Sparkassen stützen wirtschaftliche Entwicklung
Kreditvergabe moderat gewachsen / Neue Impulse für das Wertpapier-Sparen
Das erste Halbjahr 2026 ist für die niedersächsischen Sparkassen positiv verlaufen. Trotz der weiterhin schwächelnden Wirtschaft ist es den Sparkassen gelungen, sowohl an gewerbliche als auch an private Kundinnen und Kunden mehr Kredite zu vermitteln. Auf der Passivseite haben die Sparkassen ihren Kundinnen und Kunden die Bedeutung des Wertpapier-Sparens als Vermögensanlage und Altersvorsorge nähergebracht. Den Nettoabsatz bei Wertpapieren konnten sie deutlich steigern. Besonders beliebt bei den Kundinnen und Kunden waren Investmentfonds – sowohl gemanagt als auch in Form von ETFs – mit einem Nettoabsatz in Höhe von 1,2 Mrd. Euro.
Wachstum entsteht durch gezielte Investitionen
Die niedersächsischen Sparkassen sagten in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 neue Kredite in einer Gesamthöhe von rund 8,8 Mrd. Euro zu, was im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg von rund 7 Prozent bedeutet. Der Bestand an Krediten weitete sich damit um 1,4 Mrd. Euro oder 1,4 Prozent auf 107 Mrd. Euro aus.
Im Geschäft mit Unternehmen und Selbstständigen waren die Sparkassen in Niedersachsen gut unterwegs: Sie machten Kreditzusagen in Höhe von 4,9 Mrd. Euro und konnten diese um 10,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2025 steigern. Der Bestand von Krediten an Unternehmen und Selbstständige erhöhte sich damit um 729 Mio. Euro, das sind 1,3 Prozent, auf 55,4 Mrd. Euro.
„Auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten sind unsere Sparkassen verlässliche Partner für Investitionen, Wachstum und ihre private Kundschaft. Dabei kommt unseren Sparkassen ihre besondere Stärke zugute: die enge und langfristige Beziehung zu ihren Kundinnen und Kunden. Wer vor Ort verwurzelt ist und die Menschen und Unternehmen in der Region kennt, kann auch in schwierigen Zeiten passgenaue Lösungen anbieten und Vertrauen schaffen,“ kommentiert Cord Bockhop, Präsident der niedersächsischen Sparkassen, die Entwicklung.
Auch bei den Privatkunden stiegen die Kredite wieder an – wenn auch eher verhalten. Die Sparkassen machten Zusagen von rund 3,3 Mrd. Euro, eine Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2 Prozent. Der Bestand an Krediten für Privatkunden erhöhte sich damit um 537 Mio. Euro oder 1,2 Prozent auf rund 45,1 Mrd. Euro.
Die Kundeneinlagen (Sicht- und Spareinlagen, Termingelder und Eigenemissionen) haben sich insgesamt etwa seitwärts bewegt. Bei den täglich fälligen Geldern verzeichnen die niedersächsischen Sparkassen für das erste Halbjahr 2026 einen ganz leichten Abfluss von rund 21 Mio. Euro, der bei einem Gesamtvolumen an Sichteinlagen von 76,2 Mrd. Euro nicht ins Gewicht fällt. Der Bestand an Spareinlagen verringerte sich um 855 Mio. Euro auf 13,3 Mrd. Euro. Die Termingelder haben sich im Betrachtungszeitraum um 78,5 Mio. Euro auf 7,5 Mrd. Euro erhöht, die Eigenemissionen sind um 217 Mio. Euro auf 9,8 Mrd. Euro gestiegen.
S-Neo: Wertpapier-Sparen einfach, wie nie zuvor
Das Wertpapiergeschäft erfreut sich immer größerer Beliebtheit: Mit einem Nettoabsatz von 1,8 Mrd. Euro zeigt sich eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 723 Mio. Euro. Das ist ein Plus von 64 Prozent.
Was das Wertpapiergeschäft angeht, blickt Bockhop positiv in die Zukunft: „Wir sind äußerst zufrieden mit der Entwicklung im Wertpapier-Geschäft – wenngleich mehr natürlich immer möglich ist. Was aber genau zur richtigen Zeit kommt, ist der Start von S-Neo. Damit bauen wir die immer noch wahrgenommene Zurückhaltung beim Wertpapier-Sparen ab und bieten unseren digitalaffinen Kundinnen und Kunden einen schnellen und übersichtlichen Zugang zu Sparplänen und Wertpapiergeschäften.“
S-Neo ist konsequent für die Nutzung auf dem Smartphone konzipiert. Mit dem Zugang über die App Sparkasse können sich nun 20 Millionen Menschen in Deutschland, die ihre finanziellen Möglichkeiten bewusster nutzen wollen, einfach, digital und sicher ihr Vermögen aufbauen. Aber weiterhin gilt: Wer persönliche Orientierung oder Beratung wünscht, kann sich an seine Sparkasse wenden und dort ein Depot nutzen. S-Neo ersetzt damit nicht die persönliche Beratung, sondern erweitert die Wahlmöglichkeiten der Kundinnen und Kunden.
„Über S-Neo hinaus blicken wir natürlich auch auf die Einführung der Frühstartrente und des Altersvorsorgedepots. Schon lange vertreten wir als Sparkassen-Finanzgruppe die Ansicht, dass ein Wertpapier-Depot ein essentieller Pfeiler für die finanzielle Absicherung im Alter ist. Hier profitieren die Kundinnen und Kunden der Sparkassen im persönlichen Gespräch natürlich von der Kompetenz und langjährigen Erfahrung unserer Beraterinnen und Berater. Ergänzend dazu engagieren sich die Sparkassen in der finanziellen Bildung, vor allem für junge Menschen, damit auch im Alter genügend Geld für ein auskömmlichen Lebensstandard vorhanden ist,“ ergänzt Bockhop die Überlegungen.
2026: Ergebnisse auf Vorjahresniveau erwartet
Der Zinsüberschuss wird für 2026 mit 2,93 Mrd. Euro (2,06 Prozent der DBS) prognostiziert. Die Prognose für den Provisionsüberschuss liegt zum Halbjahr bei 1,12 Mrd. Euro (0,78 Prozent der DBS). Die Sach- und Personalaufwendungen tendieren momentan in Richtung 2,37 Mrd. Euro (1,67 Prozent der DBS).
Das Betriebsergebnis vor Bewertung für 2026 wird zum Halbjahr mit 1,7 Mrd. Euro (1,20 Prozent der DBS) vorhergesagt.